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Bin ich das oder mein Ego? Wie du erkennen kannst wer du wirklich bist

Hallo ihr lieben,

wie angekündigt, möchte ich euch davon berichten, wie ich Bewusstseinsarbeit lebe bzw. welche Erfahrungen und Erkenntnisse ich bis jetzt gemacht habe. Ich hoffe meine Geschichte hilft dem ein oder anderen dabei sich selbst besser kennenzulernen und ein bewussteres Leben zu leben. Mit mehr bedingungsloser Liebe und Empathie für sich selbst und seine Mitmenschen.

Im Eingangsartikel zur Bewusstseinsarbeit habe ich geschrieben, dass ich mich bzw. den Menschen allgemein als mehrdimensionales Wesen sehe. Offensichtlich sind dabei der Körper und der Verstand, schon weniger offensichtlich sind Seele oder das Höheres Selbst. Heute möchte ich auf den Wesenszug eingehen der zumeist als das Ego bezeichnet wird.

Vor einigen Jahren – als ich mit der Bewusstseinsarbeit anfing – bekam ich das Wissen und die Erkenntnis darüber, dass mein Verhalten in bestimmten Situationen automatisch abläuft. Damit meine ich das mir nicht bewusst war warum ich eine bestimmte Verhaltensweise wirklich zeigte.

Dieses unbewusste Verhalten wird von meiner Spirituellen Begleiterin als “Programmme” bezeichnet und ist Teil des menschlichen Egos. Was ist damit gemeint? Programme treten meist in Interaktion mit anderen Menschen, also in Beziehungen jeglicher Art auf. Sie sind erlernte oder vererbte Verhaltensweisen, die sich in Situationen zeigen in denen wir Angst haben. Zumeist die Angst nicht geliebt, anerkannt, gesehen oder wertgeschätzt zu werden.

Warum Programme?

Kennt ihr auch diese Situationen in denen ihr euch einem bestimmten Verhalten schon fast erlegen fühlt? Ihr könnt praktisch gar nicht anders als dieses Verhalten an den Tag zu legen, obwohl ein anderer Teil in euch vielleicht sogar schon fühlt, dass es nicht sinnhaft, fair oder gar wahrhaftig ist? Das Verhalten passiert einfach, wie ein Programm, das abläuft wenn jemand „Start“ drückt. Anders ausgedrückt, ich wurde von einer bestimmten Situation/Interaktion getriggert und verhielt mich dann nach einem wiederkehrenden Muster. Mit getriggert meine ich, es löste etwas in mir aus – es wurde eben auf Start gedrückt. Es waren Situationen in denen erlernte oder vererbte Programme wie z.B. Verlustangst und mangelnde Selbstliebe getriggert wurden und ich daraufhin u.a. Eifersucht, Wut oder Scham zeigte. Dieses gezeigte Verhalten war meistens nicht gerade das Heldenhafteste, Mitfühlendste oder Empathischste. Oft bereute ich danach was ich gesagt oder getan hatte oder ich brachte den anderen dazu es zu bereuen. Ich kapierte gar nicht, dass ich mich nur so verhielt weil ich mich verletzt fühlte. Anfangs sagte ich daraufhin Sätze wie “So bin ich halt…”, ich entschuldigte mich und versprach, dass ich mich ändere oder aber auch mein Gegenüber versprach es. Dann ging es auch Tage, Wochen, Monate gut, bald schon kam jedoch wieder eine dieser Situationen – vielleicht andere Rahmenbedingungen – aber im Endeffekt das selbe Programm, die selben Verhaltensweisen. Wie oft ich in solche Situationen kam, hing davon ab wie stark mein Selbst, meine Seele wollte, dass ich sehe was da eigentlich vor sich geht.

Für ein besseres Verständnis:

Das erste Programm, das ich bei mir erkennen konnte, war die Verlustangst.

Irgendwie war mir schon immer klar, dass sie da war. Die Bindung zu meinem Vater war von meiner Kindheit bis Anfang meiner Zwanziger eher gestört, typisch Scheidungskind eben. Dies spiegelte sich auch in meinen früheren Beziehungen wieder, welche zumeist schwieriger Natur waren, gerade die mit Männern. Das theoretisch erworbene Wissen in der Sozialen Fachoberschule und während des Studiums zu verschiedenen Psychologischen Theorien vermittelten mir immer mehr einen Eindruck von meiner eigenen Psyche. So war ich stets motiviert mich mit mir selbst auseinanderzusetzen und zu reflektieren, oft im Gespräch mit meinen Freundinnen. Zugegeben: mal mehr, mal weniger erfolgreich, aber den Antrieb verlor ich nie. Doch die bis jetzt intensivste und lehrreichste Zeit begann in meiner Beziehung zu Benjamin. Durch bzw. mit ihm konnte und kann ich heilen.

Am Anfang unserer Partnerschaft kamen meine Verlustängste stark zum Tragen. Dieses ablaufende Programm konnte ich jedoch zu Beginn nicht wirklich als Solches erkennen. Es spielte mir ein Wahnsinns Theaterstück in meinem Kopf vor, bei dem ich das Opfer war und mein geliebter Partner der Schuldige. Welche Situationen das im Detail waren ist eigentlich total egal. Aber es hatte oft was damit zu tun das ich die Erwartung hatte das wir etwas zusammen machen, Benjamin sich jedoch schon mit seinen Freunden verabredet hatte. Zudem lit ich zu der Zeit unter einer wiederkehrrenden Viruserkrankung die mir psychisch sehr zu schaffen machte und so auch einen Teil dazu beitrug.

Es kamen dann immer wieder dieselben Gedanken in mir hoch: “Er macht lieber was mit seinen Freunden als mit mir” oder “warum merkt er nicht, dass es mir nicht gut geht, lässt alles stehen und liegen und kümmert sich um mich?”

Wohlgemerkt habe ich in solchen Situationen nie etwas zu ihm gesagt, sondern habe immer erwartet er müsse sich jetzt so verhalten. Benjamin löste in mir eben nur diese Gefühle aus. Die Emotionen an sich waren nicht neu, sondern schon sehr sehr lange in mir. Wäre ich total in der Liebe hätten diese Trigger keinerlei Auswirkungen auf mich gehabt.

Bei Bewusstseinsarbeit geht es um die Erkenntnis, dass diese Situationen/Auslöser/Trigger immer Theaterstücke des eigenen Egos sind um die wahren Gefühle, die in einem sind, zu verstecken. Zugegeben diese Illusion zu verlassen ist nicht ganz leicht, da nicht nur das eigene Ego einem etwas vorspielt sondern auch das Umfeld oft die besten Nebendarsteller sind. In vielen Teilen unserer Gesellschaft, gerade unter uns Frauen, wird mir in meiner Opferrolle meistens recht gegeben. Die Männer sind dann immer die Bösen. Doch es gilt die eigentliche Dynamik hinter diesem Mechanismus zu verstehen und nicht weiter mit dem Finger auf den anderen zu zeigen. Auch ich war bis vor einigen Jahren nicht frei davon und auch jetzt sind manche Theaterstücke zu gut um gleich das Wahrhaftige dahinter zu erkennen.

Damals kamen immer wieder Situationen auf in denen ich Benjamin für meine Gefühle verantwortlich machte. Die Krux war nur die, sobald ich dies gemacht hatte, fühlte es sich aufeinmal nicht mehr so an als wäre es seine Schuld. Ich weiß nicht wie oft ich damals sagte: „Es tut mir leid, das hat eigentlich nichts mit dir zu tun. Das ist alles in mir.“ Und doch wusste ich noch nicht genau was es war, was diese Gefühle in mir hoch brachte. Heute weiß ich, die innere Bereitschaft nicht jemand anderen für meine eigenen Gefühle verantwortlich zu machen hat mich wieder in Kontakt zu meiner spirituellen Begleiterin und damit auch zur Erkenntnis über die Programme und letztlich der Verlustängste geführt. Ich verstand, dass die für mich schwierig erscheinenden Situationen im Außen bzw. in Beziehung mit anderen Menschen Trigger für meine Programme sind. Wenn ich aber hinter den Vorhang schaue, weiß ich, dass es darum geht zu erkennen was in mir selbst vorgeht. Nicht andere Menschen sind für meine Gefühle verantwortlich, für keines meiner Gefühle! Die Erkenntnis und Akzeptanz über meine Verlustangst bewirkte, dass ein Großteil des damit verbundenen Programms einfach verschwand. Dies ermöglichte mir die Sicht auf andere Programme, die in mir sind.

Wo kommen die Programme her?

Meistens manifestieren sich die Programme bereits in der Kindheit. Es handelt sich bei diesen Verhaltensweisen wie bereits geschrieben um erlerntes oder vererbtes Verhalten, welches sich in Situationen angeeignet wurde in denen wir uns z.B. verletzt oder nicht geliebt fühlten. Sie haben nicht wirklich etwas mit unserem Selbst zu tun, sie sind nur eine Illusion, die uns anhaftet um unser Leben in dem momentanen Gesellschaftssystem „besser“ meistern bzw. dem äußeren Druck von Leistung und Konkurrenz gerecht werden zu können. Welche Programme ein Mensch sich im Laufe seines Lebens aneignet ist unterschiedlich und individuell. In Ihrer Art und Grundmanifestation sind sie jedoch die Selben, denn es geht eigentlich immer um Liebe oder Angst. Im Sinne von Angst nicht genug geliebt zu werden.  Einige von euch werden jetzt mit dem Kopf schütteln und denken: was schreibt die denn da?! Von wegen Programme, dass bin halt Ich – das ist halt mein Wesen, das sind doch alles nur Ausreden.

Viele Menschen zählen diese Verhaltensweisen zu Ihrem ICH und auch mein Ego möchte dies immer mal wieder in mir aufsteigen lassen. Doch wir sind viel mehr!

Liebe ist alles!

Der Grund, warum ich und auch andere diese Verhaltensweisen als Programme bezeichnen ist das Bewusstwerden darüber, dass sie nicht wahrhaftig sind. Die Seele strebt immer danach alles aus der Liebe heraus zu tun und so haben viele Menschen im Erwachsenenalter das Bewusstsein bzw. das Bedürfnis diese Programme aufzulösen. So auch Benjamin und ich. Wir erkannten, dass sie nicht dienlich in unserem miteinander sind, denn wir wollen bedingungslose Liebe teilen sowie in wirklichem Mitgefühl und Empathie miteinander leben.

Wir fingen an in uns hinein zu horchen, uns zu beobachten und unser Verhalten bewusster zu reflektieren. So konnten bzw. können wir mehr über unsere Verhaltensweisen erfahren und verstehen, warum wir uns in manchen Situationen angegriffen oder verletzt fühlen. Die Verantwortung dafür zu übernehmen und nicht weiterhin im Außen zu suchen sondern nach innen zu gehen führt uns immer mehr zur besten Version unseres Selbst. Heute bin ich Benjamin unendlich dankbar, dass er mich so stark triggert, dass ich hin schauen muss und letztlich immer mehr Heilung erfahre!

Im nächsten Artikel werde ich euch davon berichten wie es mir momentan geht und welche Lösungsansätze sich für mich im Umgang mit meinen Programmen bzw meinem Ego bewähren.

– Für ein freies Herz –

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