Elternsein

Unser Geburtswunder in Beckenendlage, Teil I

Hallo ihr lieben,

wir möchten euch gerne an unserem Geburtswunder teilhaben lassen. Einer Steißlagen Geburt die natürlich und mit geringen Schmerzen ablief.

Ich hatte eine sehr schöne Schwangerschaft und habe jede Minute genossen. Da ich weder großartig Wassereinlagerungen hatte, keine Rückenschmerzen oder sonstige Schwangerschaftsbeschwerden war mein Wunsch nach Beendigung der Schwangerschaft bei Näherrücken des Errechneten Termins nicht allzu Stark. Mein Bauch war nicht so groß wie manch anderer und ich hatte auch noch keine Übungs- bzw. Senkwellen, doch dann ging es schneller als erwartet los. Wie ihr im Laufe meines Berichts merken werdet spreche ich von Wellen und nicht von Wehen. Ich habe mich während der Schwangerschaft stark mit dem Konzept Hypnobirthing beschäftigt in welchem das Wort Wellen als dienlicher für eine schmerzfreie Geburt gilt. Mehr dazu und meiner Schwangerschaft im Allgemeinen würde ich nochmal in einem extra Artikel schreiben.

unser Baby hatte sich immer noch nicht gedreht…“

Benjamin und ich wollten unser Baby zu Hause bekommen und hatten uns dementsprechend eine Hebamme gesucht die uns begleitet. Drei Wochen vor Termin hatte ich noch einen letzten Ultraschall um zu schauen ob die Plazenta richtig sitzt. Was wir dann feststellten – unser Baby hatte sich immer noch nicht gedreht – war also noch in Steißlage! Die Frauenärztin sowie unsere Hebamme meinten, dass sich das Baby auch noch bis kurz vor der Geburt drehen könnte und auch noch genug Platz im Bauch ist. Ich hatte also weiterhin die Hoffnung das es bei der Hausgeburt bleibt. Wer sich wundert das ich die ganze Zeit “nur” von Baby schreibe, wir haben uns bzgl. des Geschlechtes überraschen lassen 🙂 Eine Woche später hatte sich nichts geändert und da meine Hebamme bei Erstgebährenden mit Beckenendlage keine Hausgeburt macht, musste ich mich dann doch in der Münchner Frauenklinik für eine Geburt anmelden. Das ganze hat mich doch anfangs sehr mitgenommen, wollte ich doch auf keinen Fall im Krankenhaus entbinden! Aber es half ja nichts, irgendeinen Grund wird das Baby schon gehabt haben. Ich versuchte bei mir zu bleiben und die Situation anzunehmen so wie sie war. Ich beschäftigte mich zu der Zeit mit einer bestimmten Meditationstechnik, welche mich dabei sehr unterstützte.

„Ach das dauert noch, ich habe nicht das Gefühl das es bald soweit ist!“

Der Errechnete Termin war der 27.8.2016, noch einen Tag vorher war ich mit Freunden am See und Abends bei Benjamins Familie zum Essen und meinte die ganze Zeit „Ach das dauert noch, ich habe nicht das Gefühl das es bald soweit ist!“. Tja falsch Gedacht, ein paar Stunden später, um genau zu sein um drei Uhr Nachts wurde ich dann von Wellen geweckt. Die ersten Stunden verbrachte ich eigentlich nur auf dem Klo, da ich mich einerseits komplett entleerte und andererseits der Schleimpfropfen abging. Zwischendurch versuchte ich mich immer mal wieder hinzulegen und zu schlafen. Benjamin wachte ab und an auf und wusste somit Bescheid, da er aber am nächsten Tag arbeiten musste und ich nicht wusste ob das jetzt nur Senkwellen sind oder es wirklich soweit ist schlief er weiter. Ich hörte mir die Hypnobirthing CD mit Entspannungsübungen an und nickte zwischen den Wellen ein bzw. döste vor mich hin.

„…das Baby wird aufjedenfall heute noch kommen“

Die Wellen waren teilweise schon recht stark aber ich konnte mich ganz gut mit den gelernten Atemtechniken entspannen. Benjamin ging dann auch zur Arbeit da ich davon ausging das es noch dauert. Zudem war eine gute Freundin bei uns zu Besuch, so dass ich nicht alleine war. Gegen zehn Uhr Vormittags wurden die Wellen dann stärker und die Abstände kürzer, ich rief daraufhin meine Hebamme an um ihr Bescheid zu geben. Sie meinte das Baby würde aufjedenfall heute noch kommen und wir sollten in zwei Stunden zu ihr in die Praxis kommen. Warum auch immer überraschte mich die Aussage und ich wurde ein wenig aufgeregt. Ich versuchte Benjamin in der Arbeit zu erreichen, was nach minutenlangem klingeln lassen auch klappte. Anscheinend hatte auch er nicht wirklich damit gerechnet. In der Zwischenzeit ging ich Duschen und gab meiner Freundin Instruktionen was alles in meine Tasche fürs Krankenhaus sollte. In der Hoffnung doch noch Zuhause zu gebären, war ich etwas unvorbereitet. Jetzt wollte ich aber doch für alles gewappnet sein.

„…sind Sie sich vollkommen sicher, dass Sie das Kind natürlich zur Welt bringen möchten?!“

Als wir in der Praxis unserer Hebamme angekommen waren stellte sie fest, dass der Muttermund gerade mal 2cm geöffnet war und sich das Baby immer noch nicht gedreht hatte. Dennoch schlug sie vor wir sollten nochmal nach Hause fahren. Ich wollte jedoch lieber gleich ins Krankenhaus, da mir die Frauenärztin gesagt hatte wenn bei Beckenendlage die Fruchtblase platzt muss man unbedingt liegen bleiben da sonst die Nabelschnur raus rutschen könne. Der Transport ins Krankenhaus wäre dann mit noch mehr Stress verbunden. Unsere Hebamme begleitete uns netterweise in die Frauenklinik zur mentalen Unterstützung. Im Krankenhaus angekommen wurde ich von der diensthabenden Ärztin untersucht. Diese war noch recht jung und machte uns Panik bzgl. einer natürlichen Geburt in Steißlage „…sind Sie sich vollkommen sicher, dass Sie das Kind natürlich zur Welt bringen möchten?!“ Sie zählte die Risiken auf und pledierte für einen Kaiserschnitt. Damit verunsicherte sie mich total. Wir hatten uns wirklich sehr mit dem Thema Geburt beschäftigt und ich hatte mir so sehr eine natürliche Geburt zu Hause gewünscht. Jetzt sollte ich vielleicht weder das eine noch das andere bekommen…

To be Continued

Hier gehts zu Teil II

4 Kommentare

  1. Schön geschrieben!
    Aber das Kind ist letztes Jahr gekommen oder? Im Text steht: Der Errechnete Termin war der 27.8.2017
    Ich war kurz verwirrt 😉

    1. Ups, das ist uns tatsächlich nicht aufgefallen! Vielen Dank für deinen Hinweis, ich hab es gleich geändert 🙂

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