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Unser Geburtswunder in Beckenendlage, Teil II

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…Ich war total fertig mit den Nerven, die Wellen wurden teilweise immer stärker und meine Gedanken kreißten nur darum unser Baby gesund zur Welt zu bringen. Die Ärtzin drängte schon fast zu einem Kaiserschnitt, was ich und auch Benjamin eigentlich gar nicht wollten. Ich weinte mittlerweile und war sehr verwirrt. Sie verließ daraufhin das Untersuchungszimmer damit wir uns in Ruhe besprechen konnten. Benjamin blieb ruhig und besonnen. Er, unsere Hebamme und unsere spirituelle Begleiterin (mit der Benjamin kurz telefonierte) machten mich wieder stark. Wir blieben bei unserer Entscheidung und es fühlte sich für uns beide gut an. Als die Ärztin wieder kam war ich gefestigt. Wir teilten ihr mit, dass wir weiterhin eine natürliche Geburt anstreben.

…Dann hieß es doch nochmal bangen…

Ein weiterer Arzt machte anschließend eine letzte Ultraschall Untersuchung um zu prüfen, ob die Umstände für eine natürliche Geburt in Beckenendlage überhaupt gegeben waren. Der ganze Stress zuvor und dann hieß es doch nochmal bangen ob unsere getroffene Entscheidung auch von den Ärzten mitgetragen werden würde. Anscheinend darf der Kopf des Babys nicht größer als der Bauch sein. Gott sei Dank passte alles! Dieser Arzt, schon etwas älter, sagte uns auch das eine Geburt mit Baby in Steißlage eigentlich kein Problem sei bzw. die Risiken nicht wirklich größer als bei einer normalen Geburt sind. Die Frau müsse nur 100% dahinter stehen, da der Kopf des Babys schnell raus muss nachdem der Körper geboren ist. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Frauenklinik in der Maistraße Münchens einzige Klinik ist die bei Beckenendlage eine spontane Geburt mitmachen.

 …Wir hatten eine vorbereitete Geburtswunschliste 

Bevor es auf Station ging untersuchte die Ärztin nochmal meinen Muttermund, dieser war gerademal 5-6 cm geöffnet. Wir erzählten ihr währeddessen, dass wir eine Geburtswunschliste vorbereitet hatten welche wir gerne mit den Diensthabenden Hebammen und Ärzten besprechen möchten. Eine Selbstbestimmte Geburt war uns sehr wichtig, gerade weil wir ja jetzt doch im Krankenhaus waren und nicht zu Hause. Sie wirkte sehr beeindruckt und wollte die Liste sehen. Wir gingen alle Punkte zusammen durch und fast jeder Wunsch auf unserer Liste konnte bei optimalen Verlauf der Geburt berücksichtigt werden. Gerne stelle ich euch die Liste zur Verfügung. Die Ärztin merkte daraufhin, dass sie uns Anfangs vielleicht unterschätzt hatte und ging im Anschluss ganz anders mit uns um.

Nach fast 19 Stunden Wellen platze dann die Fruchtblase

Wir bekamen ein Zimmer auf Station zugewiesen und machten es uns im Bett gemütlich. Wir teilten uns das Zimmer mit einer frischgebackenen Mama und Ihrem süßen Neugeborenen. Der kleine hatte wahnsinnig viele Haare und war in der Nacht zuvor auch mit einer Beckenendlage zur Welt gekommen. Seine Mama hat die Geburt ohne PDA und sonstige Interventionen (sowie z.B. Einleitung oder Wehentropf) gemeistert, was ich jedoch erst einige Stunden später erfuhr. Ich war froh das wieder etwas Ruhe eingekehrte nach den turbolenten Stunden zuvor. Ich begab mich durch die geübte Atemtechnik total in Trance und döste zwischen jeder Welle ein. Benjamin hatte sich hinter mich gelegt und übte bei jeder Welle Druck auf meinen Ischias aus, was zusätzlich half die Wellen ohne große Schmerzen zu nehmen. Gegen zwölf Uhr Nachts, nach fast 19 Stunden, platze dann auf dem Klo meine Frustblase. Es war eine ganz schöne Sauerrei und ich überlegte sogar noch das ganze aufzuwischen:-) an eine möglicherweise herausfallende Nabelschnur dachte ich jedenfalls nicht.

Daraufhin gingen wir Richtung Kreissaal.

…Die Herztöne gingen immer wieder runter

Benjamin und ich machten es uns auf der Liege im Kreissaal bequem und ich begab mich wieder in den Trancezustand welchen ich schon auf Station hatte. Die meisten Wellen konnte ich wirklich so gut wie Schmerzfrei nehmen, einige erforderten mehr Fokussierung und Konzentration als andere doch Hauptsächlich blieb es bei einem starken Druck nach unten. Wir waren wie in einer Blase voll Liebe, ich hatte kein Zeitgefühl mehr und es zählte nur der Moment. Der Raum war in dämmriges Licht getaucht und alles um uns herum war Bedeutungslos. Ich war die ganze Zeit an das CTG angeschlossen und bei den stärkeren Wellen piepste dieses meist sehr stark los. Die Hebammen meinten daraufhin, dass die Herztöne des Babys immer wieder runter gingen und sie mir deshalb ein Wellen-hemmendes Mittel geben würden. Ich merkte nie wirklich eine Veränderung der Wellen bzw. blieben sie weiterhin in ihrer Stärke eher unterschiedlich. Dennoch ging es so noch ein paar mal, das CTG piepste laut und ich bekamm ein paar Tropfen des Mittels in den Zugang in meiner Hand gespritzt. Die Hebammen sagten uns das dies bei einer Steißlagengeburt nicht ungewöhlich sei und ich machte mir auch keine Sorgen.

To be Continued

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