Elternsein

Unser Geburtswunder in Beckenendlage: Teil III

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…Gegen acht Uhr morgens wechselte dann zum dritten mal das zuständige Hebammen Team, bestehend aus einer Hebamme und einer Hebammenschülerin. Es war bereits wieder hell draußen geworden und die Hebamme brachte frischen Wind mit. Sie fragte mich wie die Schmerzen waren und ob ich Interesse an Schmerzmitteln oder sogar einer PDA hätte. Da ich nach dem vielen Liegen mittlerweile sehr verspannt bzw. mein Becken total hart war musste ich tatsächlich kurz nachdenken. Ich überlegte ob eine Pause der Wellen durch eine PDA nicht besser wäre. Mit den Wellen bin ich zwar immer noch ganz gut zurecht gekommen wenn ich konzentriert in meinem Tracezustand war, jedoch beinhaltete dies höchstens eine kurze Drehung auf die andere Seite aber kein Aufstehen oder gar Rumlaufen. Da eine PDA und auch andere Schmerzmittel  nicht unser Plan waren und ich dies eigentlich auf unserer Geburtswunschliste komplett ausgeschlossen hatte, machte mich auch hier Benjamin wieder stark.“…Mirjam du bist die Göttin du schaffst das!“. Er erzählte mir noch von unserer Zimmernachbarin und ihrer Beckenendlagengeburt, ohne PDA. Das motivierte mich zusätzlich weiter zu machen. Also entschied ich mich gegen die PDA, jedoch dafür endlich mal aufzustehen und aufs Klo zu gehen. Auf dem Klo merkte ich dann das zwischen meinen Beinen irgendwas komisch war, weshalb ich mit der Hand nach unten fasste um zu spüren was da los war. Was ich ertastete waren die Zehen unseres Babys die bereits aus mir raus schauten. Dies löste ein Wahnsinns Glücksgefühl in mir aus und ich wusste es würde jetzt nicht mehr lange dauern.

…Benjamin und ich Knutschten zwischen jeder Welle um die Oxythozin Ausschüttung zu steigern…

Nachdem ich wieder im Kreissaal war, teilte ich Benjamin und den Hebammen die Neuigkeit mit. Durch das Aufstehen war mein Becken schon etwas weicher geworden, zusätzlich massierte Benjamin mir noch den unteren Rücken und ich konnte mich noch mehr etspannen. Die Hebamme meinte, dass die Geburt jetzt schon sehr lange dauert und sie mich gerne an den Wehentropf anschließen möchte um das ganze Voranzubringen. Aber auch den Wehentropf hatten wir auf unserer Geburtswunschliste ausgeschlossen, da er auf unnatürliche Weise in den Geburtsverlauf eingreifen würde was unter anderem zu großen Schmerzen sowie zum Reißen der Vagina führen kann. Wie gesagt hatten Benjamin und ich uns im Vorfeld sehr stark mit dem Thema Geburt auseinandergesetzt und wussten daher das ein Wehentropf nichts anderes als künstliches Oxythozin (Hormon) ist. Dieses kann durch verschiedene Handlungen (z.B. knutschen, streicheln) auch natürlich ausgeschüttet werden und so entschieden wir uns auch hier dagegen. Zudem war das Füßchen ja schon zu sehen was für mich bedeutete das es jetzt schnell gehen würde. Und so war es auch. Gegen neun Uhr setzte ich mich auf den Geburtshocker, die Hebamme setzte noch ein paar Akkupungtur-Nadeln welche zusätzlich die natürliche Oxythozin Ausschüttung unterstützen sollte und Benjamin und ich knutschten zwischen jeder Welle.

Die Hebamme schob unser kleines Baby immer wieder nach oben 

Ich atmete während den Wellen nach unten und half unserem Baby so sich durch den Geburtskanal zu winden. Dies hatte ich im Hypnobirthing Buch gelernt, der Körper schiebt das Baby mit den sogenannten Presswehen nach unten. Der Clou besteht darin dem Drang, mit zu Pressen nicht nachzugeben, da ein zusätzliches Pressen durch die Mutter den Körper verkrampft was dann letztlich zu starken Schmerzen während der Geburt führt. Somit kann ich mich an keine Schmerzen während der letzten Phase erinnern. Ich arbeitete mit dem Körper und nicht gegen ihn. Das Oxythozin half zusätzlich, da es nicht nur als Liebeshormon die Bindung stärkt sondern auch den Körper weich macht und als körpereigenes Schmerzmittel fungiert. Die Hebamme schob unser kleines Baby immer wieder nach oben und weitete so meine Vagina. Bald waren Beine und Becken draußen und wir konnten sehen das unser Babylein ein Junge war 🙂 eine weitere Welle und die Schultern waren geboren. Da es mit dem Kopf ja schnell gehen muss, musste dieser am besten mit der nächsten Welle kommen. Hier wurde ich vom Oberarzt, der mittlerweile dazugekommen war, angeleitet die Luft anzuhalten und zu schieben. Ich visualisierte das ich ganz weit offen sei und so wurde unser kleiner Mann um 09.54 Uhr auf diese wunderschöne Erde geboren.

…die Geburt unseres Sohnes hat uns noch enger zusammen gebracht!

Herzlich willkommen Elija!! Nach insgesamt 30 Stunden ist unser kleiner Mann am Sonntag den 28.08.2017 mit 48 cm, 2970 Gramm und vielen vielen Haaren geboren worden.

Benjamin und ich waren beide voll mit Liebe und konnten gar nicht fassen das unser Sohn jetzt in unseren Armen lag. Wir waren so ein gutes Team während der Geburt, Benjamin war bei jeder Welle da und hat uns unterstützt, er hat mich stark gemacht wenn es nötig war und mich mit seiner Liebe getragen. Die Geburt unseres Sohnes hat uns als Paar nochmal enger zusammen gebracht! Es war das krasseste Erlebnis das wir bis jetzt hatten.

Ich möchte mit unserem Geburtsbericht andere Frauen inspirieren und ermutigen, dass eine natürliche Geburt ohne Interventionen möglich ist! Habt keine Angst, informiet euch zu was ihr fähig seit und lasst euch nicht verunsichern. Ihr seit die Göttinen und die Natur hat alles so eingerichtet das es meistens perfekt ist. Habt Vertrauen ❤

The End

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